Grafenau. Der Nationalpark Bayerischer Wald zieht eine positive Bilanz: Über 50 Jahre nach seiner Gründung entwickelt sich im Schutzgebiet ein „Urwald von morgen“. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Waldinventur, die im Beirat vorgestellt wurden.
Umweltminister Thorsten Glauber betonte, das Konzept „Natur Natur sein lassen“ gehe auf. Aus einst stark bewirtschafteten Fichtenwäldern seien strukturreiche, natürliche Wälder mit hoher Artenvielfalt entstanden. Heute dominiert die Buche mit 46 Prozent den Baumbestand, gefolgt von der Fichte mit 43 Prozent. Besonders deutlich zugelegt hat die Tanne, deren Anteil sich seit 2002 fast verdoppelt hat.
Auffällig ist auch der hohe Totholzanteil: Mit rund 250 Kubikmetern pro Hektar liegt er mehr als achtmal über dem Bundesdurchschnitt. Dieses Totholz bildet eine wichtige Grundlage für die Biodiversität, da viele Arten darauf angewiesen sind.
Auch die Zukunftsperspektiven sind positiv: Auf rund 80 Prozent der Fläche wächst bereits eine neue Waldgeneration heran, mit hoher Verjüngungsdichte.
Die Inventur wurde 2024 auf rund 1000 Flächen durchgeführt und mit modernen Methoden wie Laserscanning, Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz ergänzt. Nationalparkleiterin Ursula Schuster sieht darin eine effiziente Arbeitsweise und bestätigt den positiven Trend: Die Wälder entwickeln sich zunehmend zu stabilen, vielfältigen Lebensräumen – und prägen zugleich das Naturerlebnis für Besucher.
(Foto: Thomas Michler/Nationalpark Bayerischer Wald)

