• Freitag, 19. Juni 2026

Zwischen Tierwohl und Bürokratie: Grüne besuchen Bio-Höfe

Biohöfe in der Region

Zenting/Obergriesgraben. Im Rahmen ihrer Hofbesuchsreihe besichtigte der Grünen-Ortsverband Sonnenwald-Dreiburgenland gemeinsam mit rund 20 Interessierten und dem Landtagsabgeordneten Toni Schuberl zwei Bio-Betriebe in der Region. Ziel war es, Einblicke in moderne Landwirtschaft zu gewinnen und mit den Landwirten über aktuelle Herausforderungen zu sprechen.

Kreislaufwirtschaft und Bürokratie in Zenting

Erste Station war der Biohof von Markus Killinger in Zenting. Der Betrieb mit 140 Rindern, 170 Hektar Fläche und eigener Biogasanlage setzt konsequent auf Kreislaufwirtschaft. Für Killinger ist Bio-Landwirtschaft Überzeugung: „Pestizide kommen für mich nicht infrage.“ Sorgen bereiten ihm jedoch steigende Kosten, lange Arbeitszeiten und vor allem der hohe bürokratische Aufwand. Umfangreiche Dokumentationen und Fördervorgaben erschwerten den Alltag zusätzlich.

Innovativer Milchviehbetrieb in Obergriesgraben

Anschließend besuchte die Gruppe den Milchviehbetrieb von Alois Grubmüller. Der Betrieb verbindet Landwirtschaft und Holzhandel auf innovative Weise. Die eigene Hackschnitzelproduktion versorgt die modernen Kompost-Laufställe der rund 200 Kühe. Das preisgekrönte Tierwohlkonzept und die großzügigen Weideflächen beeindruckten die Besucher. Gleichzeitig berichtete Grubmüller von hohen Investitionen, Arbeitswochen von bis zu 90 Stunden und einer zunehmenden Bürokratiebelastung.

Praxisnahe Politik gefordert

Für MdL Toni Schuberl zeigte der Besuch deutlich, dass viele Vorschriften überarbeitet werden müssten. Der Ortsverband betonte, politische Entscheidungen stärker auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen. Als Beispiel wurde die Forderung der Grünen-Landwirtschaftsexpertin Mia Goller genannt, Betriebe mit geringer Viehdichte von aufwendigen Düngeplänen zu befreien. Solche Maßnahmen könnten besonders familiengeführte Betriebe spürbar entlasten.

Bild: Zufriedene Kühe im Moderner Kompoststall für Milchgewinnung bei Alois Grubmüller (Foto: privat)