Finsterau. Anlässlich des 25. Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September fand im Freilichtmuseum Finsterau die Gedenkveranstaltung „Innehalten am 11. September“ im Rahmen der Sonderausstellung „Jetzt geht’s dahi – Sterben, Tod und Trauer. In Niederbayern und anderswo.“ statt. Im Mittelpunkt steht seit Freitag das Modell der „Großen Kugelkaryatide“ des niederbayerischen Bildhauers Fritz König, in den USA mit dem Namen „The Sphere“ bekannt.
Die originale, 20 Tonnen schwere Bronze-Skulptur gilt als bekanntestes Werk von Fritz König und wurde Ende der 1960er Jahre in Landshut gefertigt. Der monumentale Brunnen stand einst zwischen den Türmen des World Trade Centers in New York City. Bei den Anschlägen am 11. September überstand das Kunstwerk die Zerstörung schwer beschädigt; im Inneren wurden damals sogar Fragmente der eingestürzten Flugzeuge gefunden. Unrepariert steht die Skulptur heute im „Liberty Park“ in Manhattan und ist zu einem Mahnmal und Symbol für Trauer geworden.
Durch den Lauf der Geschichte wurde aus dem Kunstwerk ein Mahnmal. Kunst könne den Verlust nicht ungeschehen machen, aber verhindern, dass wir vergessen. Sie erinnere daran, dass vom Leben etwas bleibt: Freundschaft, Mitgefühl, Erinnerung, Hoffnung und Liebe. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich betonte, dass schockierende Ereignisse wie 9/11 sich wie Marker im Gedächtnis einbrennen und in diesem Fall wegen seiner politischen Folgen die Welt schlagartig verändern – in New York genauso wie in Finsterau.
Ein Highlight der Ausstellung ist der Dokumentarfilm „Königs Kugel“ von Percy Adlon, der König im Trümmerfeld begleitete. Sein Sohn Felix Adlon kürzte den Film für das Museumskino auf zehn Minuten. Markus Fuchs, Präsident der Leir Foundation, bedankte sich vor allem auch beim Leihgeber Reinhard Sax sowie Alexander Saponjic von der Fritz und Maria König-Stiftung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Sonderausstellung und das Kunstwerk können noch bis zum 4. April 2027 im Freilichtmuseum Finsterau besichtigt werden.
Bildunterschrift: Das Modell der „Großen Kugelkaryatide“ ist noch bis zum 4. April im Freilichtmuseum Finsterau zu sehen. Foto: Bezirk Niederbayern, Manuela Lang

