• Dienstag, 22. September 2026

800 Besucher entdecken Woizerl, Dobernigl und Hodersau

800 Besucher entdecken Woizerl, Dobernigl und Hodersau

Die traditionelle Pilzausstellung in der Arberlandhalle in Bayerisch Eisenstein lockt von Jahr zu Jahr mehr Besucher. Heuer sind 800 Interessierte gekommen, um mehr über Woizerl, Dobernigl und Hodersau zu lernen. Dem feuchten Wetter der vergangenen Tage war es geschuldet, dass das Team um Nationalpark-Mitarbeiter und Organisator Peter Karasch dem Publikum an die 300 frisch gesammelten Pilze zeigen konnte.

„Auch wenn es die Ausstellung nun schon seit sechs Jahren gibt, kann man doch jedes Jahr wieder etwas Neues entdecken“, sagte Nationalparkleiterin Ursula Schuster, die zusammen mit Michael Herzog, Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, und Filip Smola, Bürgermeister von Železná Ruda, die Ausstellung erkundete. Neu war in diesem Jahr beispielsweise der Stand von Diana Neuner aus Eggolsheim, die aus Vitalpilzen Seifen, Salben und Lippenbalsam herstellt und dies bei der Ausstellung live demonstriert hat. Zu sehen gab es darüber hinaus bemalte Lackporlinge von Sabine Herkner aus Straubing sowie eine Theke mit Pilzdüften. Besucher, die selbstgesammelte Pilze dabeihatten, erhielten von den Pilzexperten eine ausführliche Beratung.

In diesem Jahr gab es allerdings nicht nur Geschichten zu den Schwammerl, die wir gerne in unserer Pfanne haben, sondern auch einen Einblick ins „Gruselkabinett“ der Pilze. Lukas Haselberger, Ranger im Nationalpark, zeigte in kleinen Glasröhrchen beispielsweise den Ameisen-Zombie-Pilz (Ophiocordyceps unilateralis) und den Fliegentöter (Entomophthora muscae). Beide Arten können das Verhalten von Insekten beeinflussen und sich so erfolgreich fortpflanzen. Wie die kleinen Pilze im Detail aussehen, sahen die Besucher im Rahmen einer Fotoausstellung von Lukas Haslberger mit Makro-Aufnahmen.

Doch nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für die kleinen Besucher war jede Menge geboten. Bei dem von Gaby Bernauer aus Suben organisierten Kinderprogramm konnten Pilzkappen gebastelt und bemalt werden, beliebt war hier der Fliegenpilz. Wer sich lieber handwerklich betätigen wollte, hatte die Möglichkeit, aus Giraffenholzästen, die mit dem Myzel der Ahorn-Holzkeule durchzogen waren, Knöpfe herzustellen. Jeder, der Lust hatte, war eingeladen, sich mit Fliegenpilz- oder Dobernigl-Hut als Erinnerung vor der Fotoleinwand zu fotografieren.

Ursula Schuster bedankte sich herzlich bei Peter Karasch und seinem Team für die Organisation. „Bayerisch Eisenstein ist als Ort für diese Veranstaltung ideal“, sagte Schuster. Mittlerweile kommen auch zahlreiche Besucher aus Tschechien. Dieses grenzüberschreitende Miteinander freute besonders die beiden Bürgermeister Michael Herzog und Filip Smola. Letzterer lobte vor allem, dass alle Artenschilder auf den Ausstellungstischen die jeweiligen Pilze auch in tschechischer Sprache vorstellen. Außerdem waren an jedem Tag Übersetzer vor Ort.