St. Oswald. Wissenschaftliche Vortragsreihe startet am 15. Oktober im Waldgeschichtlichen Museum: Auch dieses Jahr hat sich der Nationalpark vorgenommen, renommierte Wissenschaftler aus Deutschland und Tschechien für eine Reihe wissenschaftlicher Vorträge in den Bayerischen Wald zu holen. Von aquatischen Pilzen über Wildtiermonitoring aus der Luft und Forschung zu Urwaldreliktkäfern oder Libellen ist ein breites Spektrum unterschiedlichster wissenschaftlicher Themen geplant. Den Auftakt machen zwei führende Mitarbeiterinnen des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf am Donnerstag, 15. Oktober, um 18 Uhr im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald.
Doris Winkler, Abteilungsleiterin für die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau, und Marlena Rieger, Sachgebietsleiterin des Sachgebiets Hydrogeologie für die Landkreise Regen, Freyung-Grafenau und Passau, referieren unter dem Titel „Wasser, Gestein, Klima: Herausforderungen für den Bayerischen Wald“. Vor allem die Frage, in welchem Zusammenhang Geologie und Klima im Hinblick auf die Wasserversorgung stehen, treibt die beiden Referentinnen um. Der Bayerische Wald besteht überwiegend aus kristallinen Gesteinen wie Granit und Gneis, welche Wasser vor allem in Klüften und in der verwitterten Gesteinszone speichern. Niederschläge versickern daher je nach Gesteinsstruktur, Bodenmächtigkeit und Geländeform in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Dadurch kann die Grundwasserneubildung lokal stark verzögert und reduziert sein.
Die Wasserversorgung steht im Hinblick auf die Erderwärmung vor wachsenden Herausforderungen: Längere Trockenperioden können Quellschüttungen verringern, während Starkregen häufig oberflächlich abfließt und nur begrenzt zur Grundwasserbildung beiträgt. Im Vortrag werden die Bedeutung des Klimawandels, von Wasserschutzgebieten, eine vorausschauende Quell- und Brunnenbewirtschaftung sowie Möglichkeiten zur Speicherung und zum Schutz der Wasserressourcen erläutert.
Der Eintritt ist frei, der Vortrag ist am Folgetag auch auf dem YouTube-Kanal des Nationalparks Bayerischer Wald abrufbar.
Bild: Ähnlich wie das Grundwasser, wiesen auch Bäche, wie die Große Ohe, in diesem Jahr teils historische Tiefstände auf. (Foto: Julia Reihofer/Nationalpark Bayerischer Wald)

