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Beim Guss geht es immer um die richtige Frequenz

Glockengießerei Passau

Glocken, Glockenspiele, Ziffernblätter und Turmuhren – für alles rund um den Kirchturm steht die Glockengießerei Perner in Passau. Das Traditionsunternehmen blickt auf mehr als 300 Jahre Erfahrung zurück und ist weltweit tätig. „Die Technologie hat sich kaum verändert – wir gießen noch wie zu Urgroßvaters Zeiten“, erklärt Inhaber Rudolf Perner bei einem Besuch von MdL Stefan Meyer, MdB Hans Koller und Honorarkonsul Konrad Kobler.

Im Austausch ging es um Werkstoffe, Gusstechnologie sowie Forschung und Entwicklung. „Der Guss ist eine Wissenschaft für sich“, betont Kobler, der den Betrieb seit Jahren begleitet. Perner gilt dabei als „Botschafter für gute Töne“. Aktuell arbeitet die Gießerei unter anderem an einem Friedensläutwerk in Tabgha am See Genezareth.

Die Glocken aus Passau sind weltweit gefragt – von Indien über Osteuropa bis in die Schweiz. Entscheidend ist neben der Haltbarkeit vor allem die Klangstruktur: „Beim Guss geht es immer um die richtige Frequenz“, so Perner. Im Betrieb zeigt er unter anderem den historischen Holzofen, der bis zu 1400 Grad erreicht.

„Ein beeindruckendes Handwerk mit viel Musikalität und Kunst“, sagt Meyer. Auch Koller zeigt sich angetan: „Ein Traditionsbetrieb mitten in der Stadt – das ist heute selten.“

Während es in den 1980er Jahren noch rund neun Glockengießereien in Deutschland gab, sind es heute nur noch drei. Umso wichtiger sind Service, Reparatur und Kundennähe, betont Perner.

Foto (Stefanie Starke): (v. l.) Honorarkonsul Konrad Kobler, Geschäftsinhaber Rudolf Perner, MdL Stefan Meyer und MdB Hans Koller.