• Mittwoch, 5. August 2026

Den Urwaldreliktkäfern auf der Spur

Den Urwaldreliktkäfern auf der Spur

Riedlhütte. Der seltene raue Flachkäfer (Peltis grossa) steht im Mittelpunkt der neuen Folge des Nationalpark-Podcasts „Wildnis schafft Wissen“. Die über 100 Jahre lang als verschollen geltende Urwaldreliktart war 2019 von Prof. Jörg Müller im Nationalpark Bayerischer Wald wiederentdeckt worden und gilt als Symbol für naturnahe Wälder.

Gemeinsam mit Entomologe Jakob Andreä begibt sich Podcasterin Julia Reihofer auf nächtliche Käfersuche bei Riedlhütte. Die Käfer leben bevorzugt an abgestorbenen Tannen und Fichten mit Pilzbewuchs und sind vor allem in warmen Sommernächten aktiv. Gefundene Tiere werden markiert, dokumentiert und anschließend wieder freigelassen. Dabei gelang sogar die Beobachtung einer Paarung – ein besonderer Erfolg für die Forschung.

Auch interessierte Bürger konnten sich im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts an der Suche beteiligen. Die Untersuchungen sind Teil des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts BeetleTrees, das fünf Urwaldreliktarten erforscht und Konzepte zu ihrem Schutz entwickelt. Erste Erkenntnisse zeigen bereits: Naturnahe Mischwälder bieten deutlich mehr Artenvielfalt als reine Fichtenforste.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Podcast gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Bayerischer Wald.

Bild: Beim Interreg-Projekt BeetleTrees wollen die Forscher im Nationalpark mehr über Urwaldreliktarten, wie Peltis grossa, herausfinden. (Fotos: Julia Reihofer/Nationalpark Bayerischer Wald)