Passau. Ein Schlaganfall, ein Unfall oder eine Demenzerkrankung kann das Leben plötzlich verändern. Doch wer kümmert sich dann um Bankgeschäfte, Verträge oder medizinische Entscheidungen? Rund 120 Gäste informierten sich dazu bei einem Abend der elf ILE-Gemeinden im Passauer Oberland im Spetzinger-Saal in Salzweg.
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Ralf Nieke machte anhand konkreter Beispiele deutlich, dass Vorsorge keineswegs nur ältere Menschen betrifft. Ein verbreiteter Irrtum sei, dass Ehepartner oder erwachsene Kinder im Ernstfall automatisch alles regeln dürften. Das gesetzliche Notvertretungsrecht für Ehegatten ist auf gesundheitliche Angelegenheiten und sechs Monate beschränkt. Für Konten, Verträge oder Immobilien ist eine Vorsorgevollmacht wichtig.
Auch eine Patientenverfügung sollte möglichst konkret festhalten, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden. Ebenso wichtig werde die digitale Vorsorge: Angehörige sollten wissen, welche E-Mail-Konten, Online-Dienste und digitalen Verträge bestehen.
Nieke riet zudem zu einem klar geregelten Testament, um insbesondere bei Immobilien, Unternehmen oder Patchworkfamilien Konflikte zu vermeiden. Sein praktischer Tipp: ein Vorsorgeordner mit Vollmachten, Patientenverfügung, wichtigen Kontakten und Hinweisen zu digitalen Zugängen.
Foto: ILE Passauer Oberland e.V.

