Markt Schönberg. Bei „WWSWM“ wurden Ochsen durch Schönberg getrieben, weiße Pferde zogen vorbei und Joseph Haydn fuhr als Postillion die Post aus, statt zu komponieren. Was!? Das wirft Fragen auf. Und die galt es bei einem Promi-Ratespiel im Rahmen von „Herbst&Kultur“ im KuK zu beantworten.
Wer sieben Jahre lang in Archiven gräbt, wie Bernd Bachhuber, der entdeckt darin fast verlorenes Wissen. Das könnte man in eine Quizshow packen, um es wieder weiter zu geben. Die Idee war – zusammen mit Edith Döringer – schnell geboren: Eine kreative Mischung aus „Wer weiß denn sowas, Millionenshow oder Quizchampion“ wurde mit dem Schönberger Wissensmeister „WWSWM“ aus der Taufe gehoben.
Quelle des unerschöpflichen „Vor-Ort-Wissens“ ist das Heimatbuch von Bachhuber. Das kann gelesen oder sogar über Links zu Audiofiles angehört werden. Eine andere Vermittlung könnte aber auch spielerisch funktionieren. Bei einem ersten Testlauf gab es in der Schönberger „edition Lichtland“ schon mal Spaß mit Fakten. Jetzt holte der Autor seinen „Günther-Jauch-Anzug“ aus dem Schrank, um den ganz eigenen Spielmodus zu starten. Zwölf Zweier-Teams aus Politik, Schule, Kindergärten, Wirtschaft, Soziales oder Vereine, beziehungsweise eine kirchliche Dreifaltigkeit irdischen Wissens mussten sich in einer Dalli-Klick-Qualifikation auf die Ratestühle bewerben. Pfarrer und Vikar durften sich nämlich als „Nicht-Schönberg-Indigene“ mit heimischer Kompetenz verstärken. Es galt bekannte Gesichter zu erkennen. Zwei mal sechs Duelle entstanden so im Wettstreit um Gewinnsummen, die pro richtige Antwort einzustreichen waren. Es gab Joker der bewährten Art mit den wandelnden Lexika Sepp Sager und Peter Pleintinger zu nutzen sowie Heidi Leutner als erster Schönberger Wissensmeisterin. Bürgermeister Martin Pichler stand für Kommunalfragen als Telefonjoker bereit und die Kompetenz der Vielen durfte das Publikum mehrfach beweisen.
So ging es spannend und unterhaltsam auf einen Ritt durch Zeiten und Räume und Geschichten am Rande: Welche Spitzenpolitiker waren schon mal im KuK und wer fehlt noch? Horst Seehofer. Was stellte die Bolta schon mal her? Hula-Hoop-Reifen; wer hätte das gedacht? Eine junge Besucherin demonstrierte die Technik auch gleich gekonnt. Was war 1818? Eine Gemeindegründungswelle ringsum mit kurzem oder langem Bestand bis zu Neuzeitgebietsreformen. Warum kam die Bahn nie in Schönberg an? Weil die Grafenauer Endbahnhof bleiben wollten; was Spottverse hin und her provozierte. Was ist der höchste Punkt Schönbergs? Nicht der Kadern- sondern der Türkenberg. Dass es Ochsenzüge gab, das ist durch den Marktbrunnen präsent. Dass aber auch die Lipizzaner der Hofreitschule in Wien hier als „Kriegsbeute“ vorbeiritten, ist kaum mehr bekannt. Und auch der letzte Postillion Bayerns trat aus dem Vergessen hervor. Joseph Haydns Ausstattung samt Schnupftabakglas wird heute in Berlin bzw. im Glasmuseum Frauenau museal bewahrt. Selbst die Gegenwart gibt Rätsel auf: Wann gab es gleich viermal 100 Jahre zu feiern? Wo liegt der aktuelle Wasserpreis? Und der Abend selbst könnte die Frage aufwerfen, die dereinst zu stellen wäre: Wer wurde Wissensmeister? Das Team Vereine II mit Georg Hansbauer und Stephan Heinlein.
Oder: Wieviel und wofür kam Gewinn zusammen? Von Sponsoring der heimischen Firmen für die Preisgelder über Spenden, Verlosung, Buchverkauf bis Bewirtung floss jeder erlöste Euro des Abends in die Kasse der Schönberger Bürgerstiftung. Am Ende standen stolze 3157 Euro „auf der Uhr“. Bachhuber und Döringer bedankten sich bei allen samt ihrem eigenen Organisations-Team, das von Leckerem und Licht bis Daten und Programmierung für einen runden Verlauf gesorgt hatten. Das Heimatbuch birgt zum Glück noch viele Rätsel. Es könnte also gute Wiederholungschancen geben.
Bild: Am Zwischenstand der erspielten Summe trafen sich nach einem gelungenen Quiz-Abend das Rätselteam, die Wissensmeisteraspiranten und die Promi-Joker. Anschließend wuchs die Spendensumme noch einmal kräftig in Feierlaune an. Foto: Markt Schönberg

