• Freitag, 8. Mai 2026

Nationalpark rückt dem Müll an den Kragen

Rama Dama im Nationalpark

Rund 50 Mitarbeiter befreien Natur von Unrat – Kippen, Verpackungsmüll und Flaschen waren die Spitzenreiter: Neuschönau/Spiegelau/Ludwigsthal. Diese Woche war im Nationalpark Bayerischer Wald wieder RamaDama angesagt. Beim Müllaktionstag halfen rund 50 Mitarbeitende aus verschiedenen Arbeitsbereichen zusammen, um Abfall aus der Natur zu bringen. Der meiste Unrat fand sich entlang viel befahrener Straßen.

An drei Sammelpunkten verteilt übers ganze Schutzgebiet trafen sich die freiwilligen Helfer frühmorgens. Ausgestattet mit Müllbeuteln, Greifzangen und Handschuhen ging’s dann in Zweier- oder Dreierteams für einen halben Tag ins Gelände. Während es entlang der Wanderwege nur vereinzelt größere Müll-Anhäufungen gab, waren die Straßen zum Teil stark verunreinigt. Allen voran an der B11 zwischen Ludwigsthal und Bayerisch Eisenstein sowie an der Nationalparkstraße zwischen Mauth und Spiegelau dauerte es nicht lang, bis die Müllsäcke voll waren. Vor allem Zigarettenkippen, Coffee-to-go-Becher, Verpackungsmüll, Getränkedosen und Glasflaschen wurden gefunden und im Anschluss entsorgt. Zu den außergewöhnlicheren Abfallarten zählte ein Lastwagen-Reifen, eine offenbar gut befüllte Windel und ein Dildo.

„Die Menge, die da zusammengekommen ist, ist schon beachtlich“, sagt Milena Boxleitner, die im Nationalpark unter anderem fürs Umweltmanagement zuständig ist und den Aktionstag federführend organisiert hatte. „Schön ist wiederum, dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen freiwillig für die Aktion gemeldet hatten.“

Über die Hilfe freuen sich vor allem die Ranger, bei denen Müllsammeln täglich zum Aufgabenspektrum gehört. „Dazu werden zweimal im Jahr konzentrierte Reinigungsaktionen, vor allem entlang der Straßen im Schutzgebiet, durchgeführt“, erklärt Rangerchef Reinhold Gaisbauer. Generell stelle er fest, dass Müll jüngst tendenziell wieder mehr geworden ist. „Da können wir weiterhin nur an unsere Gäste appellieren, alles, was mitgebracht wird, auch wieder mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen“, so Gaisbauer. Abfall verunreinige nicht nur den Wald, sondern könne auch gefährlich für Mensch und Tier werden. Darüber hinaus könne gerade Glas für Brände sorgen.

Bild: Schnell waren die Säcke entlang der Nationalparkstraße bei Neuschönau voll. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)