Tittling. Es riecht nach frischer Farbe und Rigips im Vereinsheim des FC Tittling. Wo jahrzehntelang dunkle Holzdecken und Fliesen aus den 70er Jahren das Bild prägten, wird es hell. Der Verein bringt sein Gebäude an der Sportanlage in Schuss – ein Kraftakt, der weit über die Gemeindegrenzen hinaus Beachtung findet.
Das in den späten 1970er Jahren errichtete Gebäude war in die Jahre gekommen. Energetisch veraltet, die Sanitäranlagen überholt: Der Sanierungsstau war nicht mehr zu übersehen. „Für die Jugendarbeit und das Gemeinschaftsleben brauchen wir funktionierende Räume“, heißt es aus den Reihen des Vereins. Da staatliche Förderprogramme oft nur große Neubauten berücksichtigen, drohen Projekte wie in Tittling oft am Geld zu scheitern. Hier setzt nun eine Fraktionsinitiative der Freien Wähler an, die das Vorhaben als Modellprojekt für den ländlichen Raum unterstützt.
„Ein Signal für alle Vereine“
Die Landtagsabgeordnete Roswitha Toso hatte sich im Vorfeld intensiv für die Förderung starkgemacht und das Projekt im Plenum eingebracht. Für sie ist das Projekt eine Herzensangelegenheit: „Wir dürfen unsere Vereine im ländlichen Raum bei der Instandhaltung ihrer Heimat nicht allein lassen“, betont Toso bei einer Besichtigung der neuen Räumlichkeiten. „Tittling zeigt beispielhaft, dass mit einer gezielten Anschubfinanzierung für kleinere Teilbereiche von derartigen Umbauten, und einer enormen Portion Eigenleistung, Großes entstehen kann. Das ist ein Signal für alle Vereine in Bayern, die vor ähnlichen Aufgaben stehen.“
Rekordzeit dank Eigenleistung
Der Zeitplan war ambitioniert, doch pünktlich zur laufenden Sommersaison sind die Arbeiten im Innenraum weitgehend abgeschlossen. Die neuen Rigipsdecken mit integrierten LED-Spots sorgen für eine helle Atmosphäre und senken gleichzeitig die Stromrechnung. Auch die Kabinen für Schiedsrichter und Spieler sowie die Küchenzeile im Kiosk sind bereits im Einsatz.
Möglich war dieses Tempo nur durch ein „brutales Engagement“ der Mitglieder. Seit dem Winter gab es kaum einen Samstag, an dem nicht gearbeitet wurde. Vorsitzender Andreas Dankesreiter, der selbst erst mit 16 Jahren zum Verein stieß und heute die Verantwortung trägt, blickt stolz auf die geleisteten Stunden zurück: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, der FC Tittling steht jetzt infrastrukturell wieder 1a da. Ohne die Disziplin unserer Leute, die viele freie Samstage geopfert haben, hätten wir das finanziell niemals stemmen können“, so Dankesreiter.
Zuspruch für das Projekt kam auch aus der Gemeinde und aus dem Umfeld anderer Vereine. Denn der FC Tittling steht mit seinen Herausforderungen nicht allein da. Viele Sportvereine im ländlichen Raum kämpfen mit alternder Infrastruktur, steigenden Kosten und immer strengeren Anforderungen. In Tittling zeigt sich nun, dass Sanierungen auch ohne millionenschwere Neubauten möglich sind – wenn Politik, Ehrenamt und Gemeinschaft an einem Strang ziehen. Für viele gilt das Projekt deshalb inzwischen als Beispiel dafür, wie Vereinsleben auf dem Land langfristig erhalten werden kann.
(Foto: Landtagsabgeordnetenbüro ROSWITHA TOSO)

