• Dienstag, 2. Juni 2026

Erneuter Dämpfer: Niederbayerns Wirtschaft bleibt im Krisenmodus

Erneuter Dämpfer: Niederbayerns Wirtschaft bleibt im Krisenmodus Passau. Die Wirtschaft in Niederbayern kommt nicht aus der Krise: Auch im Frühjahr bleibt die Stimmung in den Unternehmen deutlich gedrückt. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer Niederbayern, für den knapp 400 Betriebe im gesamten Bezirk befragt wurden. Besonders die schwache Nachfrage im In- und Ausland, steigende Arbeitskosten sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise belasten die Unternehmen massiv. "Nach einem Einbruch zu Jahresbeginn ist der Indikator nun weiter abgesackt. Seit über vier Jahren ist die Wirtschaftsentwicklung in Niederbayern nun unterdurchschnittlich. Die Krise hält an", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Geschäftslage und Erwartungen der Betriebe zusammenfasst, signalisiert damit eine anhaltend schwierige Entwicklung. Besonders stark verändert hat sich laut IHK die Einschätzung der wirtschaftlichen Risiken: Die Bedeutung der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise habe zuletzt noch einmal deutlich zugenommen. Vor allem Verkehrsgewerbe, Logistik und Speditionen stünden unter Druck. Aber auch Tourismus, Handel und Teile der Industrie litten unter dem hohen Preisniveau. Fast ebenso kritisch bewerten die Unternehmen inzwischen die steigenden Arbeitskosten. "Dass aber in der aktuellen Umfragerunde die hohen Arbeitskosten als Risikofaktor nahezu gleichauf liegen, ist ein Alarmsignal. Von diesem Faktor sind ausnahmslos alle Betriebe und alle Branchen betroffen", so Schreiner weiter. Viele Unternehmen sähen dadurch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend gefährdet. Nur auf den ersten Blick entspannt sich laut IHK die Lage beim Fachkräftemangel. Hintergrund seien vor allem die schwachen Beschäftigungspläne vieler Unternehmen. "Dass sich die Fachkräftesituation für manche Betriebe etwas entspannt, belegt nur die allgemeine Schwäche der Wirtschaft", erklärt Schreiner. Langfristig werde der Fachkräftemangel angesichts der demografischen Entwicklung wieder deutlich zunehmen. Auch der Blick nach vorne bleibt verhalten. Nur wenige Unternehmen rechnen kurzfristig mit einer Verbesserung der Lage. Die von der Bundesregierung angekündigten Investitionsanreize entfalten laut IHK bislang kaum Wirkung. Positive Impulse kommen derzeit lediglich aus dem öffentlichen Bau. Niederbayerns IHK-Präsident Thomas Leebmann fordert deshalb strukturelle Reformen: "Die schuldenfinanzierten Investitionen in die Infrastruktur haben einen begrenzten Effekt, die Breite der Wirtschaft kann davon nicht profitieren." Notwendig seien unter anderem weniger Bürokratie, niedrigere Steuer- und Sozialabgaben sowie bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen. (obx) Foto: AdobeStock_53197663

Passau. Die Wirtschaft in Niederbayern kommt nicht aus der Krise: Auch im Frühjahr bleibt die Stimmung in den Unternehmen deutlich gedrückt. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer Niederbayern, für den knapp 400 Betriebe im gesamten Bezirk befragt wurden. Besonders die schwache Nachfrage im In- und Ausland, steigende Arbeitskosten sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise belasten die Unternehmen massiv.
„Nach einem Einbruch zu Jahresbeginn ist der Indikator nun weiter abgesackt. Seit über vier Jahren ist die Wirtschaftsentwicklung in Niederbayern nun unterdurchschnittlich. Die Krise hält an“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Geschäftslage und Erwartungen der Betriebe zusammenfasst, signalisiert damit eine anhaltend schwierige Entwicklung.
Besonders stark verändert hat sich laut IHK die Einschätzung der wirtschaftlichen Risiken: Die Bedeutung der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise habe zuletzt noch einmal deutlich zugenommen. Vor allem Verkehrsgewerbe, Logistik und Speditionen stünden unter Druck. Aber auch Tourismus, Handel und Teile der Industrie litten unter dem hohen Preisniveau.

Fast ebenso kritisch bewerten die Unternehmen inzwischen die steigenden Arbeitskosten. „Dass aber in der aktuellen Umfragerunde die hohen Arbeitskosten als Risikofaktor nahezu gleichauf liegen, ist ein Alarmsignal. Von diesem Faktor sind ausnahmslos alle Betriebe und alle Branchen betroffen“, so Schreiner weiter. Viele Unternehmen sähen dadurch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend gefährdet.

Nur auf den ersten Blick entspannt sich laut IHK die Lage beim Fachkräftemangel. Hintergrund seien vor allem die schwachen Beschäftigungspläne vieler Unternehmen. „Dass sich die Fachkräftesituation für manche Betriebe etwas entspannt, belegt nur die allgemeine Schwäche der Wirtschaft“, erklärt Schreiner. Langfristig werde der Fachkräftemangel angesichts der demografischen Entwicklung wieder deutlich zunehmen.

Auch der Blick nach vorne bleibt verhalten. Nur wenige Unternehmen rechnen kurzfristig mit einer Verbesserung der Lage. Die von der Bundesregierung angekündigten Investitionsanreize entfalten laut IHK bislang kaum Wirkung. Positive Impulse kommen derzeit lediglich aus dem öffentlichen Bau.

Niederbayerns IHK-Präsident Thomas Leebmann fordert deshalb strukturelle Reformen: „Die schuldenfinanzierten Investitionen in die Infrastruktur haben einen begrenzten Effekt, die Breite der Wirtschaft kann davon nicht profitieren.“ Notwendig seien unter anderem weniger Bürokratie, niedrigere Steuer- und Sozialabgaben sowie bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen. (obx)

Foto: AdobeStock_53197663