• Freitag, 7. August 2026

Traurige Niedrigwasser-Rekorde in Niederbayern

Traurige Niedrigwasser-Rekorde in Niederbayern

Landshut. Die anhaltende Trockenheit sorgt in Niederbayern für historische Niedrigwasserstände. „An vielen Gewässern messen wir die niedrigsten Abflüsse seit Beginn der Aufzeichnungen“, erklärt Dr. Stephan Paintner, Leiter der Fischereifachberatung des Bezirks Niederbayern. Besonders betroffen ist die Rott: Statt durchschnittlich 8,7 Kubikmetern fließen derzeit nur rund 700 Liter Wasser pro Sekunde.

Für Fische ist die Kombination aus Niedrigwasser und hohen Temperaturen kritisch. Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff, gleichzeitig konzentrieren sich die Tiere auf engem Raum. Zudem fördern klares Wasser und Sonneneinstrahlung das Wachstum von Wasserpflanzen, die nachts Sauerstoff verbrauchen und so Fischsterben auslösen können. Besonders angespannt ist die Lage am Kühötzbach bei Eggenfelden, wo eine Notabfischung notwendig werden könnte.

Auch die Teichwirtschaft leidet unter der Situation. Hohe Temperaturen und Sauerstoffmangel setzen den Fischen zu und begünstigen Krankheiten. Teichwirten empfiehlt Paintner, die Fütterung zu reduzieren oder ganz einzustellen, da gefütterte Fische mehr Sauerstoff benötigen. Wo möglich, sollte zusätzlich Sauerstoff eingebracht werden. Langfristig könnten Teilkreislaufsysteme helfen, die Folgen von Niedrigwasser abzufedern. Dauerhafte Entspannung bringe jedoch nur ergiebiger Regen über mehrere Tage.

Bild: An den allermeisten Gewässern herrscht aktuell Niedrigwasser vor – insbesondere auch an kleineren Bächen oder Flüssen, wie Dr. Stephan Paintner am Tiefenbach in Tiefenbach bei Landshut beispielhaft aufzeigt.

Foto: Bezirk Niederbayern/Roider