Ostbayern. Die Konjunktur im ostbayerischen Handwerk hat sich im zweiten Quartal erneut verschlechtert. Der Geschäftsklima-Index sank von sechs auf nur noch einen Punkt. „Sogar die übliche Frühjahrsbelebung blieb aus“, erklärte Handwerkskammerpräsident Dr. Georg Haber.
Als Ursachen nennt die Handwerkskammer die anhaltend schwache Nachfrage, hohe Kosten, internationale Krisen und fehlende Wachstumsimpulse. Haber fordert von der Bundesregierung, angekündigte Reformen zügig umzusetzen und den Mittelstand spürbar zu entlasten.
Nur noch 36 Prozent der Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut – vor fünf Jahren war es noch jeder zweite. Lediglich sechs Prozent rechnen in den kommenden drei Monaten mit einer Verbesserung. Gleichzeitig meldeten 29 Prozent rückläufige Neuaufträge, während fast ein Drittel den Auftragsbestand als unterdurchschnittlich einschätzt.
Auch die Umsatzentwicklung bleibt angespannt. 26 Prozent der Betriebe verzeichneten sinkende Umsätze, lediglich 20 Prozent konnten zulegen. HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger sieht darin ein Warnsignal für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Zudem belasten steigende Einkaufspreise und eine verhaltene Beschäftigungsentwicklung die Unternehmen.
Besonders stark verschlechterte sich die Stimmung im Lebensmittelhandwerk: 38 Prozent der Betriebe berichten dort von sinkender Nachfrage. Nur wenige Handwerksbereiche konnten sich leicht verbessern. Insgesamt bleiben die Erwartungen für die kommenden Monate im ostbayerischen Handwerk weiterhin zurückhaltend.
Bild: Besonders deutlich trübte sich die Stimmung im Lebensmittelgewerbe ein, wo die aktuelle Lage deutlich schwächer bewertet wird als noch vor einem Jahr. 38 Prozent der Betriebe verzeichnen hier Nachfragerückgänge.
Foto: Fotoatelier am Hafen

