• Donnerstag, 9. Juli 2026

Nur 130 Bauarbeiter im Landkreis Passau sind über 63

Nur 130 Bauarbeiter im Landkreis Passau sind über 63

Für viele Beschäftigte auf dem Bau ist der Ruhestand mit 67 kaum erreichbar. Darauf weist die IG BAU Niederbayern hin. Von den rund 2.930 Bauarbeitern im Landkreis Passau seien laut Arbeitsagentur lediglich etwa 130 älter als 63 Jahre. „Maurer, Dachdecker oder Straßenbauer leisten bei Hitze, Frost und jedem Wetter körperliche Schwerstarbeit. Viele schaffen diesen Beruf gesundheitlich nicht bis 60“, sagt Bezirksvorsitzender David Tabach.

Die Gewerkschaft kritisiert die Pläne der Rentenkommission und fordert eine Flexi-Rente mit früherem regulären Rentenzugang für besonders belastende Berufe. Das gelte neben dem Bau auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung sowie den Garten- und Landschaftsbau. Die Bundestagsabgeordneten der Region ruft die IG BAU auf, sich für entsprechende Nachbesserungen einzusetzen.

Kritisch sieht die Gewerkschaft zudem die geplante Abschaffung der Rente mit 63. Gerade viele Baby-Boomer hätten ihre Lebensplanung darauf ausgerichtet. Im Landkreis Passau werden laut Berechnungen des Pestel-Instituts in den kommenden zehn Jahren rund 32.300 Menschen dieser Generation in Rente gehen. Viele hätten bereits 45 Beitragsjahre erfüllt. „Ihnen kurz vor dem Ruhestand die Rente mit 63 zu nehmen, wäre ein Vertrauensbruch“, so Tabach.

Außerdem fordert die IG BAU eine dauerhaft gesicherte Haltelinie beim Rentenniveau. Dieses dürfe auch nach 2031 nicht unter 48 Prozent sinken und müsse langfristig wieder auf mindestens 53 Prozent steigen. „Rente ist Vertrauenssache – die Politik muss hier Verantwortung übernehmen“, betont Tabach.

Bild : Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt