• Dienstag, 20. Oktober 2026

Ostbayerns Mittelgebirge setzen auf gemeinsame Stärke

Bayerischer Wald und Oberpfälzer Wald sind Teil eines Netzwerks mit 32 Regionen – Ostbayerns Tourismuschef Michael Braun: Gerade für kurze Herbsturlaube sind Mittelgebirge besonders attraktiv

Regensburg/Eupen (obx) – Kurze Wege, viel Natur und Urlaub vor der eigenen Haustür: Deutschlands Mittelgebirge spielen im heimischen Tourismus eine gewichtige Rolle. Zwei Regionen aus Ostbayern gehören zu einem bundesweiten Netzwerk, das ihre Interessen bündelt: der Bayerische Wald und der Oberpfälzer Wald. An der Spitze des Bundesverbandes Deutsche Mittelgebirge steht mit Dr. Michael Braun zugleich der Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern. Beim Jahrestreffen im belgischen Eupen warb er jetzt dafür, die Kräfte der ländlichen Urlaubsregionen noch stärker zu bündeln.

Die Zahlen zeigen die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus abseits der großen Städte: Nahezu 70 Prozent der gewerblichen Übernachtungen in Deutschland entfallen nach Angaben des Bundesverbandes auf den ländlichen Raum, rund 40 Prozent davon auf die Mittelgebirge. Das entspricht etwa 120 Millionen gewerblichen Übernachtungen.

Doch auch die Urlaubsregionen zwischen Bayerischem Wald und Eifel spüren Veränderungen im Reiseverhalten. Beim Treffen der 32 Mitgliedsregionen im Naturpark Hohes Venn in Ostbelgien war deshalb die aktuelle Buchungslage eines der zentralen Themen. Während Urlaubsplanungsindex und Urlaubsquote zurückgegangen sind, zeigt sich die Nachfrage in den Mittelgebirgen nach Angaben des Verbandes robuster als erwartet.

„Was wir aber feststellen, sind zunehmend kurzfristige Reiseentscheidungen“, berichtet Braun. „Unseren Gästen sind vor allem flexible und stornierbare Buchungsmöglichkeiten wichtig. Wir spüren zudem eine steigende Preissensibilität.“

Für Bayerischen Wald und Oberpfälzer Wald spielt dabei eine Stärke eine besondere Rolle: Beide Regionen sind für Millionen Menschen ohne lange Anreise erreichbar und bieten vom Wandern und Radfahren bis zu Wellness und Naturerlebnissen viele Möglichkeiten für wenige Tage Auszeit.

Braun sieht einen wichtigen Vorteil des Bundesverbandes darin, dass die Regionen ihre Erfahrungen teilen, statt gegeneinander zu arbeiten. Denn so unterschiedlich Bayerischer Wald, Eifel, Sächsische Schweiz oder Schwäbische Alb landschaftlich sind, viele Herausforderungen ähneln sich.

„Der Wissensaustausch in den Mittelgebirgen ist sehr wertvoll, denn jede Region hat unterschiedliche Voraussetzungen und Herausforderungen, jedoch oft ähnliche Herausforderungen zu bewältigen. So können wir in übergeordneten Gremien mit einer Stimme für den ländlichen Raum sprechen“, erklärt Braun die Bedeutung des Zusammenschlusses.

Diese gemeinsame Stimme ist auch gefragt, wenn Gesetzesvorhaben, Förderprogramme oder die Finanzierung touristischer Infrastruktur die Regionen betreffen. Der Bundesverband wird dazu regelmäßig um Stellungnahmen gebeten. Braun, der auch im tourismuspolitischen Ausschuss des Deutschen Tourismusverbandes aktiv ist, appellierte beim Jahrestreffen an die Regionen, vorhandene Fördermöglichkeiten konsequent zu nutzen.

Wie weit das Netzwerk inzwischen reicht, zeigte der Tagungsort selbst. Mit Ostbelgien gehört seit zwei Jahren erstmals eine Region außerhalb Deutschlands dem Bundesverband an. Die Mitgliedsregionen reichen heute vom Teutoburger Wald über Eifel, Schwäbische Alb und Sächsische Schweiz bis zum Bayerischen Wald und Oberpfälzer Wald.
Gerade im Herbst sieht Braun gute Chancen für diese Urlaubsregionen: „Die Vielfältigkeit unserer Regionen und die Vielfalt der Aktivitäten, die in den Mittelgebirgen möglich sind, machen uns gerade für kurze Urlaube wie einen Herbsturlaub ideal“, so Braun.