Passau. Pflege gehört zu den Berufen, die oft erst dann wahrgenommen werden, wenn man selbst darauf angewiesen ist. Ob nach einer schweren Erkrankung, im Alter oder während eines Krankenhausaufenthalts – Pflege bedeutet weit mehr als Versorgung. Sie verbindet Fachwissen, Verantwortung und Menschlichkeit.
Die Bedeutung der Pflege wächst stetig. Ende 2023 waren laut Statistischem Bundesamt rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig – fast doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Gleichzeitig steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften.
Dabei ist der Pflegeberuf deutlich vielfältiger, als viele vermuten. Pflegefachkräfte arbeiten in Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Reha-Zentren oder psychiatrischen Einrichtungen. Zudem bieten sich Spezialisierungen etwa in der Intensivpflege, Palliativversorgung oder im Wundmanagement. Auch Führungs- und Lehrtätigkeiten stehen offen.
„Spannend, abwechslungsreich und menschlich“, beschreibt Joachim Berga, Schulleiter der Berufsfachschule für Pflege und Pflegefachhilfe der Privaten Berufsakademie Passau, den Beruf. An der Passauer Pflegeschule werden derzeit rund 180 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Während ihrer Ausbildung lernen sie unterschiedliche Versorgungsbereiche kennen und sammeln vielfältige praktische Erfahrungen.
Moderne Ausbildungsmethoden unterstützen den Lernprozess. Digitale Lehrbücher, Simulationsräume und spezielle Hilfsmittel wie Altersanzüge vermitteln den Auszubildenden ein besseres Verständnis für die Lebensrealität ihrer späteren Patienten.
Wichtige Voraussetzungen für den Beruf sind Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein. Deshalb müssen angehende Auszubildende bereits vor Ausbildungsbeginn praktische Erfahrungen sammeln.
Eine immer größere Rolle spielen internationale Fachkräfte. In manchen Klassen der Passauer Pflegeschule haben bereits zwei Drittel der Lernenden einen Migrationshintergrund. „Der klassische Pflegebereich wäre ohne internationale Fachkräfte schon längst zusammengebrochen“, betont Berga.
Trotz steigender Anerkennung bleiben Fachkräftemangel und Finanzierung zentrale Herausforderungen. Sicher ist jedoch: Pflege wird auch künftig eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben bleiben – denn sie betrifft jeden Menschen irgendwann im Leben.
Fotos: MuW/k.krückl
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