• Dienstag, 19. Mai 2026

Zwischen Freiheit und Sicherheit

Ludwigstrasse Passau

Passau. Bilder von Fahrzeugen, die in Menschenmengen rasen, sorgen seit Jahren bundesweit für Diskussionen über die Sicherheit von Innenstädten. Städte wie Trier, Berlin, Magdeburg oder zuletzt Leipzig zeigen, dass solche Taten längst keine Ausnahme mehr sind. Deshalb setzen viele Kommunen inzwischen auf Sicherheitskonzepte mit mobilen Sperren oder fest installierten Pollern. Auch in Passau stellt sich die Frage, ob vorbeugende Maßnahmen sinnvoll wären.

Die Passauer Fußgängerzone gilt als Herzstück der Innenstadt. Gerade an Wochenenden, bei Veranstaltungen oder während des Christkindlmarktes herrscht rund um Ludwigsplatz, Ludwigstraße und Stadtgalerie oft großer Andrang. Gleichzeitig sind mehrere Zufahrten vergleichsweise leicht zugänglich. Vor allem der Ludwigsplatz wird dabei als sensibler Bereich gesehen. Während Veranstaltungen häufig mobile Sperren eingesetzt werden, fehlen im Alltag dauerhafte Schutzmaßnahmen.

Andere Städte setzen deshalb zunehmend auf versenkbare Poller. Sie ermöglichen weiterhin Zufahrten für Rettungsdienste, Lieferverkehr oder Anwohner, können aber unkontrollierte Fahrzeugzufahrten verhindern. Besonders in historischen Innenstädten gelten solche Systeme als Kompromiss zwischen Sicherheit, Funktionalität und Stadtbild.

Klar ist: Absolute Sicherheit kann es nicht geben. Dennoch könnten bauliche Maßnahmen spontane Taten erschweren, Zufahrten besser kontrollieren und potenzielle Täter abschrecken. Zudem könnten sie im Ernstfall wertvolle Sekunden gewinnen.

Passau ist zwar keine Millionenstadt, dennoch wächst die Diskussion, ob Sicherheitskonzepte erst nach einem Vorfall Thema werden sollten. Gerade wegen der engen und verwinkelten Struktur der Innenstadt könnte eine schnelle Räumung schwierig werden. Deshalb stellt sich zunehmend die Frage, ob man frühzeitig über Lösungen nachdenken sollte – nicht aus Angst, sondern aus Vorsorge.

Wir haben deshalb die Fraktionen des Passauer Stadtrats um ihre Einschätzung gebeten. Dabei ging es unter anderem um mögliche Schutzmaßnahmen, versenkbare Poller und die Balance zwischen Sicherheit, Aufenthaltsqualität und offenem Stadtbild. Diese können Sie in den MuW Nachrichten KW21 lesen, bzw. hier online unter „E-Paper“

Bild: Im Bereich der Ludwigstraße könnte man über Sicherheitsmaßnahmen für Passanten nachdenken. Foto: MuW/k.krückl