Neuschönau. Das Pflanzen-Freigelände am Nationalparkzentrum Lusen erhält eine neue Erlebnis- und Lernstation. Neben dem Hans-Eisenmann-Haus haben die Bauarbeiten für eine Mooranlage begonnen. Besucher können dort künftig typische Moorpflanzen und -tiere wie Sonnentau, Torfmoose oder Libellen aus nächster Nähe beobachten.
Nationalparkleiterin Ursula Schuster betont die Bedeutung des neuen Angebots für Besucher sowie für die Umweltbildung von Kindergarten- und Schulgruppen. Nachdem ein früher angelegtes Moor durch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre stark gelitten hatte, wird nun ein neues Hochmoor mit moderner Technik geschaffen.
Auf rund 150 Quadratmetern entsteht eine abgedichtete Moorfläche mit einem kleinen Moorauge. Gespeist wird sie über eine unterirdische Zisterne, die bis zu 18.000 Liter Regenwasser vom Dach des Hans-Eisenmann-Hauses speichert. Sensoren überwachen den Wasserstand und steuern bei Bedarf automatisch die Bewässerung. Anschließend wird die Fläche mit zertifiziertem Moorsubstrat und typischen Moorpflanzen ausgestattet.
Ein barrierearmer Bohlensteg mit Aussichtsplattform ermöglicht Besuchern künftig direkte Einblicke in diesen besonderen Lebensraum. Informationstafeln erklären die wichtige Rolle von Mooren als Kohlenstoffspeicher, Wasserregulatoren und Hotspots der Artenvielfalt.
Seit den 1980er Jahren hat der Nationalpark bereits mehr als 75 Hektar Moor- und 125 Hektar Moorwaldflächen ökologisch aufgewertet. Das neue Moor soll dieses Wissen künftig anschaulich vermitteln.
Während der etwa achtwöchigen Bauzeit bleibt der Bereich an der Nordwestseite des Hans-Eisenmann-Hauses einschließlich des Zugangs zum Bergsee gesperrt. Die Café-Terrasse ist weiterhin über das Café erreichbar. Zeitweise ist mit Baulärm zu rechnen.
Foto: Annette Nigl / Nationalpark Bayerischer Wald

