Riedlhütte. Der Eurasische Biber leistet im Nationalpark Bayerischer Wald seit Jahren wertvolle Arbeit als natürlicher Landschaftsgestalter. Mit seinen Dämmen schafft er neue Lebensräume und fördert die Artenvielfalt – kostenlos und äußerst effektiv. Um seine Bedeutung für das Ökosystem besser zu verstehen, untersucht die Nationalparkverwaltung den Biber in verschiedenen Monitoring- und Forschungsprojekten.
Wie Nationalparkleiterin Ursula Schuster berichtet, wurden 2025 insgesamt 25 aktive Biberreviere erfasst – zwei weniger als im Vorjahr. Auch der Bestand ist auf rund 125 Tiere zurückgegangen, nachdem 2022 noch etwa 175 Biber gezählt wurden. Ursachen könnten unter anderem das Nahrungsangebot sowie der Wolf sein. In rund einem Viertel der untersuchten Wolfs-Losungen konnten Biberreste nachgewiesen werden.
Welche positiven Auswirkungen der Biber auf die Natur hat, zeigt ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt am Ölbach bei Riedlhütte. Dort errichteten die Tiere sieben Dämme mit einer Gesamtlänge von rund 90 Metern. Die entstandenen Wasserflächen bieten zahlreichen Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögeln wertvolle Lebensräume. Erste Untersuchungen belegen bereits eine hohe Artenvielfalt.
Auch das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt „Rangersound“ bestätigt den ökologischen Nutzen der Biberlandschaften. Mithilfe KI-gestützter Horchboxen konnten am Ölbach insgesamt 99 Vogelarten nachgewiesen werden, darunter zahlreiche Brutvögel wie Bekassine, Krickente oder Wasserralle sowie verschiedene Eulenarten. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie Biber durch ihre Bautätigkeit den Wasserhaushalt verbessern und gleichzeitig neue, artenreiche Lebensräume schaffen.
(Foto: Steffen Krieger / Nationalpark Bayerischer Wald)

