Neuschönau. Es ist eines der größten Projekte, die derzeit im Nationalpark Bayerischer Wald anstehen: Die Planung der neuen Dauerausstellung im Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus. Vor rund sieben Monaten kam die Förderzusage, nun beginnt die Feinplanung. Das Büro „Die Werft“ aus München hat jüngst den Zuschlag für die Konzeption der neuen Besucherattraktion erhalten – und reiste nun zum ersten Arbeitstreffen an.
„Am allerwichtigsten ist uns heute, dass wir eine gemeinsame Richtung finden“, sagte Swen Sieber von „Die Werft“. Sein Kollege Christian Raißle ergänzt: „Wir gehen auf jeden Fall mit viel Herzblut an das Projekt. Es soll nicht nur schön werden, sondern wir wollen durchaus auch etwas wagen, vielleicht Dinge umsetzen, die man bisher noch nicht so häufig gesehen hat.“ Die Planer haben bisher zum Beispiel fürs Deutsches Meeresmuseum, das Naturkundemuseum Bordeaux oder das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst gearbeitet.
Beim Besuch im Bayerischen Wald ging es darum, die bisherigen Ausstellungen im Schutzgebiet kennenzulernen. Dafür begleiteten Christian Binder, Leiter des Hans-Eisenmann-Hauses, und Projektmitarbeiterin Lisa Ornezeder die Gäste ins Waldgeschichtliche Museum St. Oswald und ins Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal. Das Hans-Eisenmann-Haus selbst hatten die Planer bereits während der Angebotsphase besucht. „So wollen wir unter anderem dafür sorgen, dass sich in unseren drei großen Ausstellungen nichts überschneidet“, erklärt Binder. „Und natürlich geht’s darum, den Nationalpark und seine Einrichtungen als Ganzes zu verstehen.“
Die Geschichte der neuen Ausstellung im Hans-Eisenmann-Haus war derweil schon bei der Ausschreibung grob umrissen: „Wir planen einen Spaziergang durch unsere Natur, durch unsere Wälder, über unsere Schachten, bis hin zum Lusen in der bereits existierenden Waldwerkstatt“, so Binder. Die nächsten Monate soll dies nun genau ausgearbeitet werden. Mit dem Start der Bauarbeiten wird im Herbst 2027 gerechnet, etwa ein Jahr später soll die neue Dauerausstellung schließlich eröffnen.
Über das Projekt
Der Ausstellungsneubau wird dank Unterstützung der Europäischen Union im Projekt „Společně lépe – Gemeinsam besser“ abgewickelt. Dabei stehen den Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava rund 1,87 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Interreg-Programm zur Verfügung. Neben den Ausstellungen in Neuschönau sowie in der Nationalpark-Infostelle Stožec entsteht zudem ein neuer grenzüberschreitender Radweg, der die thematisch aufeinander abgestimmten Ausstellungen verbindet. Als dritter Projektteil wird die Waldführerausbildung in beiden Schutzgebieten nicht nur digitaler, sondern auch grenzüberschreitender.
Bild: Ließen sich von Christian Binder (2.v.r.) und Lisa Ornezeder (rechts) die Ausstellung im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald zeigen: Franziska Edelmann (v.l.), Swen Sieber und Christian Raißle von „Die Werft“. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

