• Freitag, 24. Juli 2026

Bürgermeister Martin Pichler referierte zu familienfreundliche Kommune

Bürgermeister Martin Pichler referierte zu familienfreundliche Kommune

Markt Schönberg. Dem „Land“ gehen die guten Leute aus. So könnte eine Schlagzeile lauten. Der Fachkräftemangel kommt auch bei Kommunen an. Wie sich die VG Schönberg dagegen stemmt, dazu berichtete Vorsitzender Martin Pichler bei einer Fachtagung in Herrsching.
Bürgermeister, Geschäftsleiter oder auch Vertreter von Landratsämtern hören da aufmerksam zu. Denn das Thema ist längst groß. Vor allem, seit sich Aufgabenbereiche zusätzlich aufgetan haben wie die Trägerschaft bei Kindergärten. Aus Verwaltung oder anderen öffentlichen Bereichen scheidet auch die „Boomer-Generation“ in deutlich höherer Zahl aus, als qualifizierte Nachrücker da wären. Pichler beschrieb die Situation anhand Schönberger Zahlen, wo sich die Zahl der Beschäftigten von 85 im Jahr 2021 auf mittlerweile 130 erhöht hat. Dazu gehören nun nicht mehr nur die klassischen Verwaltungsfachkräfte, sondern auch Kindergärtnerinnen oder Mensamitarbeiterinnen. Die Arbeitsbereiche und Ansprüche haben sich erweitert. Deshalb konkurrieren auch Gemeinden untereinander, während eine Wirtschaft mit langem Aufschwung und attraktiven Konditionen Nachwuchs rekrutierte.
Markt und VG haben sich deshalb schon früh auf den Weg gemacht, da Modelle entgegenzusetzen, die mit oft weicheren Faktoren dennoch starke Anziehung zu entwickeln. Familienfreundlichkeit, Vereinbarkeit von Kindern und Karriere, Flexibilität in Arbeitszeit und Arbeitsumfeld, moderne Arbeitsplätze mit digitalen und mobilen Zugängen statt Papierakte im Büroschrank sowie Vertrauen und Wertschätzung sind einige der Pluspunkte, die da ziehen und binden sollen, statt sich mit Schwund im Team schmerzlich zu arrangieren. Es schließt sich auch ein Kreis, weil hochqualitative Betreuungsplätze zwar mehr Personal aber auch mehr Möglichkeiten für familiäre Lebensphasen eröffnen. Beim Audit „berufundfamilie“ stellte sich die Kommune selbst kritisch auf den Prüfstand und zielte auf weitere Optimierung durch Analyse. Das Argument „geht nicht“ wurde über Bord geschmissen. Ein Dienstposten, zwei Profis; Mensabestellungen auch in Homeoffice; es geht eben doch. Aber es braucht dafür Offenheit und problemlösendes Denken, so Pichler. Vieles erweist sich erst in der Realität als tragfähig. Manches auch nicht. Aber wenn erst das Attribut familienfreundlich transparent gesetzt und gelebt wird, dann verändere das die Teamfrage nachhaltig, so die Erfahrung und Erwartung von Martin Pichler.

Bildunterschrift:
Als Referent mit Erfahrung zu einem nachhaltigen Prozess sprach VG-Vorsitzender und Bürgermeister Martin Pichler in Herrsching vor Kollegen zum Thema Familienfreundlichkeit in Kommunen. Foto: privat