• Montag, 24. August 2026

Junior Ranger als Exportschlager für Brasilien

Junior Ranger als Exportschlager für Brasilien

Grafenau. „Nur was man kennt, kann man schützen“ – dieses Motto haben sich der Junior Ranger Verein und die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald auf die Fahnen geschrieben, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern. Dabei sind die Rangerinnen und Ranger nicht nur vor der eigenen Haustüre aktiv, sondern auch international unterwegs. Derzeit werden die Nationalpark- und Landesparkverwaltungen in Brasilien vom Junior Ranger Verein dabei unterstützt, ein Junior Ranger Programm zu etablieren. Auch der Nationalpark will dem Verein in diesem Anliegen Rückhalt geben. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde nun von Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Alexander Muthmann, dem Vorsitzenden des Junior Ranger Vereins, unterzeichnet.

„Den Nationalpark Bayerischer Wald gibt es seit fast 56 Jahren“, so Ursula Schuster. Dies sei eine lange Zeit, in der man nicht nur wertvolle Erfahrungen im Bereich der Forschung und des Naturschutzes sammeln konnte, sondern auch in der Umweltbildung, insbesondere bei Projekten mit Kindern und Jugendlichen. „Hervorragend unterstützt werden wir hier vom Junior Ranger Verein, der es Fünftklässlern ermöglicht, in den Ferien unser Schutzgebiet kennenzulernen.“ Über 3000 Mädchen und Buben hätten daran schon mit Begeisterung teilgenommen und so die Nationalparkidee in ihre Familien getragen.

Das Junior Ranger Programm gebe es seit 22 Jahren und es sei mittlerweile ein Erfolgsmodell, ergänzt Alexander Muthmann. „Die tollen Rückmeldungen, die wir sowohl von Kindern als auch von Eltern bekommen, bestärken uns darin, nicht nur den Weg zusammen mit den Rangerinnen und Rangern des Nationalparks weiterzugehen, sondern auch interessierten Schutzgebieten Unterstützung bei der Etablierung eines solchen Programms anzubieten.“

Dies geschehe nun in Brasilien. Im März dieses Jahres sind Mario Schmid, Geschäftsführer des Junior Ranger Vereins und Mitarbeiter des Nationalparks, sowie Rangerin Kristin Biebl, seine Stellvertreterin im Verein, in den Naturpark Parque das Dunas im Osten des Landes gereist und waren bei der Auftaktveranstaltung des ersten Junior Ranger Programms in Brasilien vor Ort. „Außerdem haben wir vertiefende Schulungen für Lehrkräfte und Mitarbeiter des Schutzgebietes angeboten, unsere Konzepte vorgestellt und bei der Erarbeitung eines Programms geholfen“, berichtet Mario Schmid. Von der Unterstützung durch den Junior Ranger Verein sollen künftig noch weitere brasilianische Schutzgebiete, insbesondere auch Nationalparke, profitieren.

Und diese Absicht gibt es nun auch schwarz auf weiß. In der unterzeichneten Erklärung sprechen sich sowohl der Junior Ranger Verein als auch die Nationalparkverwaltung dafür aus, bei der Förderung und Weiterentwicklung des Junior Ranger Programms sowie der Umweltbildung in Brasilien zu kooperieren. „Die Zusammenarbeit kann insbesondere die Planung und Umsetzung gemeinsamer Programme, Fachveranstaltungen, Fortbildungsmaßnahmen, Studienbesuche, Workshops oder Seminare umfassen“, berichtet Mario Schmid. Ziel sei es, die Kompetenzen der zuständigen Fachkräfte in Brasilien nachhaltig zu stärken und zur Entwicklung wirksamer und zukunftsorientierter Strukturen beizutragen.

Unterstützt und gefördert wird dieser Aufbau auch vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Bild: Mit welchen Methoden man Kinder für Natur begeistern kann, zeigte Mario Schmid seinen brasilianischen Kollegen. (Foto: Kristin Biebl / Nationalpark Bayerischer Wald)