Das ostbayerische Handwerk zeigt sich vorsichtig optimistisch, obwohl sich die Geschäftslage bei einem Teil der Betriebe verschlechtert hat. Der Geschäftsklima-Index stieg im ersten Quartal 2026 auf sechs Punkte und liegt damit wieder im positiven Bereich. HWK-Präsident Dr. Georg Haber bewertet die Entwicklung jedoch zurückhaltend: Der Anstieg basiere vor allem auf Erwartungen, nicht auf einer tatsächlich verbesserten Lage. Viele Betriebe hoffen weiterhin auf angekündigte Strukturreformen und wirtschaftliche Impulse.
Eine nachhaltige Trendwende ist laut Konjunkturbericht jedoch nicht erkennbar. Die Auslastung der Betriebe ging zurück, rund 18 Prozent arbeiteten zuletzt nur zur Hälfte. Auch bei den Umsätzen mussten viele Betriebe Einbußen hinnehmen, während knapp die Hälfte stabile Werte verzeichnete. Die Investitionsbereitschaft sank zu Jahresbeginn leicht, insbesondere im Bau- und Lebensmittelgewerbe. Insgesamt investierten dennoch 39 Prozent der Betriebe.
Auch die Beschäftigtenzahlen entwickelten sich rückläufig. Vor allem im Bauhauptgewerbe sowie in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf reduzierten viele Betriebe ihr Personal. Gleichzeitig bleibt die Bereitschaft, Fachkräfte zu halten, hoch. Einige Betriebe rechnen im zweiten Quartal wieder mit steigenden Auftragseingängen und Umsätzen.
Die Nachfrage bleibt insgesamt schwach. Zwar meldet etwa jedes fünfte Unternehmen steigende Auftragseingänge, gleichzeitig überwiegt in vielen Bereichen – insbesondere im Bau – weiterhin die Zahl der Betriebe mit rückläufiger Entwicklung. Ein Viertel der Betriebe bewertet zudem seinen Auftragsbestand als unterdurchschnittlich.
Insgesamt ergibt sich ein uneinheitliches Bild: Trotz leichter Verbesserungen überwiegt weiterhin die Unsicherheit. Angespannte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, geopolitische Konflikte und steigende Preise stellen laut Haber ein erhebliches Konjunkturrisiko dar.
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