Freyung/Regensburg. Künstliche Intelligenz verändert den Tourismus grundlegend: Statt Reiseführern oder Suchmaschinen entscheiden zunehmend KI-Systeme darüber, welche Reiseziele empfohlen werden. Welche Chancen und Herausforderungen das mit sich bringt, stand im Mittelpunkt des 17. Tourismustags Bayerischer Wald in Freyung. Mehr als 200 Vertreter aus Hotellerie, Tourismus und Freizeitwirtschaft diskutierten über die Zukunft des Reisens.
Dr. Michael Braun vom Tourismusverband Ostbayern betonte, dass bereits 70 Prozent der Gastgeber im Bayerischen Wald online buchbar seien – ein Spitzenwert im ländlichen Raum. Gleichzeitig warnte er davor, sich auf bisherigen Erfolgen auszuruhen. Gäste informierten sich immer häufiger über KI-gestützte Systeme. Entscheidend werde deshalb, touristische Angebote digital hochwertig und für KI auffindbar zu präsentieren.
Auch Wolfgang Wagner von der Bayern Tourismus Marketing GmbH bestätigte, dass sich die Reiseplanung rasant verändert. Digitalisierungsexperte Markus Garnitz erläuterte, dass KI vor allem auf strukturierte Daten, hochwertige Internetseiten und Bewertungen zugreift. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Bayern Cloud Tourismus als zentrale Datendrehscheibe.
Praxisbeispiele zeigten erfolgreiche Strategien: Der Almberg in Mitterfirmiansreut entwickelt sich mit der knapp zwei Kilometer langen Flyline zum Ganzjahresziel. Das Landhotel Haus Waldeck in Philippsreut setzt konsequent auf Urlaub mit Hund und erreicht damit eine klar definierte Zielgruppe. Christine Vogl vom Erlebnisanbieter Stadtmaus berichtete zudem, wie KI bereits den Arbeitsalltag erleichtert.
Tourismusverbandspräsident Thomas Ebeling unterstrich, dass Investitionen in den Tourismus trotz knapper Kassen unverzichtbar bleiben. Der Tourismustag machte deutlich: Der Bayerische Wald will seine Stärken bewahren und sich gleichzeitig konsequent auf die digitale Zukunft ausrichten.
Foto: obx-news/Tourismusverband Ostbayern/Frank Heuer

